Aufruf zum Mami Handy Detox

Als ich Mutter wurde, hatte ich permanent das Gefühl, etwas zu verpassen. Ich hatte ständig die Sorge, beruflich den Anschluss zu verlieren. Ich fühlte mich mit meinen Ängsten, Sorgen und mit meiner Müdigkeit uncool neben meinen Nicht-Mütterfreundinnen. Und neben anderen Müttern fühlte ich mich unerfahren, klein und irgendwie nicht erwachsen.

Ich brauchte dringend eine Freundin

  • die mich verstand
  • die sich über andere Dinge unterhalten wollte als über Windelsoor und Babybrei
  • die mir aus dem „alten Leben“ erzählen konnte, aus dem ich mich gerade beurlaubt fühlte
  • die mitbekam, was im Büro so los war
  • die aber zu Uhrzeiten ein offenes Ohr hatte, an denen ich nicht den Tag schon wegen Überlänge längst beendet hatte.

Ich fand sie: I.

I. hieß nicht etwas Ida oder Irmy, nein sie hieß Iphone.

Mein neues Iphone war mein ständiger Begleiter. Mit ihm konnte ich in jeder freien Sekunde mit meinen Freundinnen smsen (whatsapp gab’s da noch nicht), mailen, im Internet surfen, im Büro nachfragen, wie s denn so läuft ohne mich, etwas später superprofessionell auf alle Jobanfragen umgehend reagieren und, und, und.

Ich fand mich super. Permanent draußen mit den Kindern an der frischen Luft, gleichzeitig immer erreichbar für meine Freundinnen und meinen Job, top-informiert durch Nachrichten-Seiten und Fashion-Blogs.

Wenn ich aber heute die Neu-Mamis sehe, wie sie – ihre neue beste Freundin Siri in der Hand – durch die Straßen schieben, whatsappen und sich auf facebook rumtreiben, während sie gar nicht mitkriegen, was ihr Baby sich gerade besonders interessiert anguckt, muss ich sagen:

War ich bescheuert!

Da haben wir die Chance, am echten Leben unserer Kleinen teil- und sie in ihrer wunderbaren Einzigartigkeit wahrzunehmen – und was machen wir? Wir gucken uns exzessive Partybilder von C-Promis an, kommentieren den geposteten Cocktail einer nicht besonders guten Freundin und schreiben der Kollegin, dass wir sie vermissen, aber um nichts in der Welt dieses supersüße Kind wieder eintauschen würden (das sich gerade am Kopf stößt, während wir aufs Handydisplay starren) …

Mal ganz im ernst – ich spreche nach wie vor nicht gern über Windelinhalte, aber – das ist doch große Kacke!

Worauf ich hinaus will: Ich denke, wir alle (nicht nur Mütter) tun ganz gut daran, sich hin und wieder mal auf eine Sache zu konzentrieren:

  • Sind wir im Büro, sollten wir arbeiten und nicht im Internet gucken, wohin wir mal in den Urlaub fliegen könnten.
  • Sind wir mit einer Freundin verabredet, sollten wir uns auf sie konzentrieren und nicht permanent aufs Handy schielen in der Sorge, dass zu Hause gerade Sodom und Gomorra herrscht.
  • Wenn wir im Urlaub sind, sollten wir nicht erreichbar sein.
  • Und wenn wir auf dem Spielplatz sind, sollten wir uns dort ruhig mit unserem Kind beschäftigen und nicht mit dem Telefon. So.

Diese ganzen 10 Hochzeiten – ich finde, es hat sich jetzt einfach mal ausgetanzt.

Ich rufe also auf zum Mami-Handy-Detox!

Eine Woche ohne Handy! Kein facebook! Kein whatsapp! Für: mehr Kraft, mehr Kind, mehr Kopf frei!

Wer macht mit?