Von Dublin nach Belfast Teil 2

Wir mögen es,Städte miteinander zu verbinden. Letztes Jahr London und Brighton, dieses Jahr Dublin und Belfast. Unser Belfast-Trip war schon interessant, aber toller war unser Aufenthalt in Dublin. Nur soviel vorab: Nordirland ist wesentlich günstiger als Irland, auch wenn man in Belfast mit Pfund statt mit Euro bezahlen muss.

Unser mieses Apartment in Dublin

Leider hatten wir etwas Pech mit unserem Apartment „New Georgian Self-Catered Apartments At The Spire“. Was online über booking.com als stylish und hipp anmutete, entpuppte sich in Wahrheit als eine kleine Bude, das Apartment mit einem Schlafzimmer war in Echt ein Raum mit eingezogenem Hochbett. Die Leiter war weder für Kinder bis 8 Jahren, Erwachsene mit akuten Knie-Problemen, Erwachsene, die ein Glas Alkohol getrunken haben, noch für Rentner machbar. Wer nachts mal aufs Klo muss, hat keine Chance da lebend runter zu kommen. Statt Straßenlärm hörten wir die Nachbarn, statt Ausblick – im schlechtesten Fall auf eine gewöhnliche Straße – hatten wir den Blick auf Müllberge.

Nun gut, wir wollten nur 2 Nächte bleiben, insofern haben wir den Drops jetzt einfach mal geschluckt. Es ist aber immer wieder interessant, wo die ganzen guten Bewertungen herkommen.

Tempel Bar – ein Szeneviertel

Im Vorfeld haben wir uns für Dublin drei Besichtigungshighlights heraus gesucht. Der erste Stopp war Tempel Bar, einem Szeneviertel, wo man in abgefahrenen Vintage-Läden und kleinen Designer Shops nach schönen Dingen stöbern kann. Wer durch das quirlige Viertel schlendert und die vielen schmalen Kopfsteinpflaster-Gassen entdeckt, fühlt sich schnell wie in einer anderen Welt. Es hat was von der Hamburger Schanze, aber auch von den engen Gassen der Altstadt von Barcelona und dann wieder ganz viel von Londons Camden. Man findet überall tolle Restaurants, Kunstausstellungen und Wandmalereien.

Statt Guineness-Museum an die frische Luft

Ursprünglich wollten wir das Guinness-Museums besuchen. Da das aber irre teuer war (ab 18 EUR pro Person) und sich für Lu, die kein Bier darf und mich, die kein Bier trinkt, nicht gelohnt hätte, konnte mein Mann uns nicht wirklich überzeugen. Stattdessen haben wir einen Abstecher an die Küste gemacht – die wilde irische Küste in Richtung Halbinsel Howth. Die Halbinsel Howth, nördlich von Dublin, hat einen kleinen Hafenort mit vielen authentischen Fischkuttern, und vielen tollen Fisch-Restaurants. Wer die Halbinsel noch weiter erkunden möchte, dem werden auf einem Küstenpfad verschieden lange Routen geboten. Entlang an schroffen Klippen, über steinigen Grund und mit einer steifen Brise um die Nase ist die Wanderung ein tolles Outdoor-Erlebnis für die ganze Familie, denn überall zwischendrin gibt es Spielplätze für die Kleinsten.

Und da man die Jugend ja bekanntlich bei Laune halten muss, gab es zum Abschluss einen warmen Brownie mit Eis – und für uns einen leckeren Kaffee.

Das Trinity College und das Book of Kells

Meine Kollegin hat mir für unseren Dublin-Trip ein paar Tipps mitgegeben. Wir sollten auf jeden Fall ein paar Stunden im Trinity College einplanen und uns einfach einen der Schüler, schnappen, die auf Touristen im Hauptbereich warten und uns eine Führung über das Gelände für 15 EUR/Person geben lassen. Und das taten wir. So bekamen wir eine Menge Hintergrundinformationen über das bereits 1592 von Königin Elisabeth I für protestantische Studenten gegründet College. Andersgläubige, wozu natürlich auch Katholiken gehörten, wurden aber erst gut 200 Jahre später gestattet. Das im Stadtzentrum gelegene Trinity College gilt als eine der schönsten Universitäten der Welt. Auf 190.000 qm befinden sich neben den Universitätsräumen mehrere Studentenwohnheime, Tennisplätze, Sportplätze, eine Kapelle und … die historische Bibliothek sowie das “Book of Kells”, ein Weltdokumentenerbe. 

Musashi Noodles & Sushi Bar

Zum Abschluss an eine wirklich faszinierende Irland-Tour sind wir abends noch lecker Sushi essen gewesen. Wir hatten ausgesprochenes Glück, denn ohne Reservierung ist bei diesem Japaner normalerweise kein Tisch zu bekommen.

Ende gut – alles gut


Fazit:
Beide irischen Städte, Belfast wie Dublin hatten was. Belfast hat diesen ursprünglichen
Charme einer Industriestatt gepaart mit einem geschichtlichen wie aktuell-politischen Hintergrund. Echt spannend, aber auch dreckig und laut.
Dublin ist hübscher, englischer, größer, aber auch teurer. Mit kleineren Kindern würde ich die Reise nicht machen. Junge Erwachsene hingegen hätten noch mehr erleben können, als unser
vierzehnjähriger Teenager.
Für mich ganz klar: Nächstes mal Dublin/Belfast ohne Kind – oder besser: mit erwachsenem Kind oder eine Irland-Tour übers Land. Denn was Schöneres als die Küste mit all den verschiedenen Grüntönen habe ich selten gesehen.

Fotos: citymum.