Drei Karls, ein Vater, drei Brüder und jede Menge Hanf

Werbung – Es gibt so Tage, da bin ich besonders gern Bloggerin – wie zum Beispiel am letzten Wochenende, an dem wir zur Hanfernte und Betriebsbesichtigung eingeladen waren von Voelkel – Die Naturkostsafterei.

Los ging es auf dem Landhof Wöllner. Inmitten der Altmark und quasi im Nichts leben Marius und seine Frau Sonja zusammen mit ihren Kindern, Katzen und Eseln (*kreisch*) auf dem von Marius‘ Vorfahren bereits seit 1735 betriebenen, unfassbar idyllischen Hof.

Damals und heute wird hier vor allem Hanf angebaut. Das hat etwas mit dem Boden zu tun. Denn Hanf ist nicht besonders anspruchsvoll und wächst dementsprechend auch biodynamisch in eher nährstoffarmen und trockenen Sandböden. Das hat aber auch etwas mit der Lebenseinstellung der Wöllners zu tun. Denn Hanf ist gesund und reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Hanf ist nachhaltig: Durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Lebensmittel-, Textil- und Baustoffindustrie kann Hanf ganze Kreisläufe schließen. Und Hanf hat einen positiven Einfluss auf das Klima. Als Kohlenstoff-negatives Material wird beim Wachstum der Hanfpflanze mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernt, als seine Herstellung und Anwendung freisetzt.

Und was wird hier aus Hanf gemacht?

Unter der Marke darum Bio! verarbeiten ihn die Wöllners u.a. zu Tee, Öl und Schokolade. Dabei ist an dieser Stelle sicherlich darauf hinzuweisen, dass es sich hier um Nutzhanf handelt, der frei von THC ist. Kein Rausch, aber jede Menge Wohlgefühl.

Voelkel dagegen verarbeitet den Hanf zu ihrer BioZisch Hanf, eine frische, nicht so süße Limo, die nicht nur im Sommer schmeckt.

Und die Esel der Wöllners verarbeiten den Hanf als eine willkommene Zwischenmahlzeit. Sie lieben ihn.

Ein Vater, drei Brüder und ein wundervoller Betrieb

Nach ein paar wunderschönen Stunden auf dem Wöllner-Hof ging es dann ins Wendland nach Pevestorf. Hier warteten schon die Herren Voelkel, um uns ihren „Saftladen“ zu zeigen.

Vater Stefan Voelkel nahm uns in Empfang und erzählte uns etwas über die biodynamische Wirtschaftsweise sowie über den Verein „Ackergifte? Nein danke!“, deren Thema „glyphosatfreie Landwirtschaft“ ihm sehr am Herzen liegt.

Nach Jurek, einem der drei Voelkel-Brüder in der Geschäftsführung, ergriff dann Boris das Wort. Er ist für den Einkauf zuständig und unterhielt uns mit allerlei Anekdoten aus seinem Alltag, in dem eins klar wurde:

Hier wird nicht Gutes durch gutes Marketing kommuniziert. Hier wird Gutes gelebt.

Denn auch wenn Boris auf Nachfrage augenzwinkernd immer wieder eine neue Sorte als seinen Lieblingssaft angibt, eins ändert sich bei Voelkel nie: „Gesunde Lebensmittel aus gesunden Strukturen. Darum geht es uns. Und dafür verbürge ich mich.“, sagt Boris und meint es auch genau so.

Nach einem wahnsinnig spannenden Tag, an dem wir viel über biodynamische Landwirtschaft, die Familie Voelkel, die das Unternehmen bereits in vierter Generation führt, den Betrieb heute und eine enkeltaugliche Zukunft hörten, ging es zum gemeinsamen Essen in die Schlossküche in Gartow. Die Bernstorffschen Betriebe stellen ihre Landwirtschaft seit einiger Zeit auch auf Demeter um und sind einer der Möhrenlieferanten von Voelkel.

Auch hier beim Essen wurde einmal wieder klar, wie wichtig es ist, bewusst und mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Denn – wie Stefan Voelkel uns mit Leidenschaft verinnerlichte: als Verbraucher haben wir jeden Tag die Wahl. Mit unserer bewussten Entscheidung für gesunde Lebensmittel aus gesunden Strukturen tragen wir zu einer gesunden Zukunft bei – für Mensch, Tier und Natur.

Auf den Spuren der Familie Voelkel

Die Großeltern von Stefan, Margret und Karl Voelkel, kamen übrigens im Rahmen der Wandervogelbewegung in den 20er Jahren ins Wendland. In der Sehnsucht nach Freiheit und einem Leben im Einklang mit der Natur siedelten sie auf dem Höhbeck an und begannen mit einfachen Mitteln sich selbst zu versorgen. Doch das Leben war hart, die Ernte nicht groß genug, um eine Familie ernähren zu können.

So kam Karl irgendwann auf die Idee, mit einer mobilen Saftpresse die Äpfel der umliegenden Streuobstwiesen zu Saft zu verarbeitetn. Eine Idee war geboren. Eine Philosophie – das Leben im Einklang mit der Natur – über Generationen bis Heute getragen.

Am zweiten Tag des Presse-Events machten wir uns auf mit E-Bikes den Höhbeck zu erkunden, eben jener Ort, an dem die Firmengeschichte ihren Anfang fand. Wir besichtigten Garten und Gebäude von Margret und Karl – ein so idyllischer Ort, von dem man gar nicht wegfahren mochte. Stefan Voelkel unterhielt uns mit allerhand Anekdoten aus der Familiengeschichte. Auch hier wurde wieder deutlich, wie sehr verbunden die Familie mit ihren Werten ist.

Neben Karl Voelkel gab es übrigens noch zwei weitere Karls, die hier in der Gegend einmal aufschlugen: Karl May, der 1898 im Gasthaus zur Mühle einkehrte und Karl der Große, der im frühen 9. Jahrhundert ein Kastell errichten liess – vermutlich im Zusammenhang seines Feldzugs gegen die slawischen Stämme jenseits der Elbe.

Aber nicht nur kulturgeschichtlich wird hier einiges geboten, sondern auch von der Natur. Unzählige Pflanzen, Insekten und andere Tiere leben hier – und zum Teil Arten, von denen Wissenschaftler vermutet hatten, dass sie ausgestorben seien.

Durch den Höhbeck allein ist das Wendland dadurch definitiv eine Reise wert. Und ich habe mir vorgenommen, schon bald einmal eine Radtour hier mit meiner Familie zu machen. Vielleicht mit einem Voelkel Saft oder der BioZisch im Gepäck. Denn dieses Familienunternehmen ist eines, das wir mit unserem Kaufverhalten unterstützen sollten. Das Obst und Gemüse ist immer in Bio-, wenn nicht in Demeter-Qualität. Die Lieferanten sind Voelkel persönlich bekannt. Zahlreiche soziale, politische und vorallem ökologische Projekte werden von Voelkel unterstützt. Hier sitzen die Guten. Und:

Bei Voelkel werden Werte gelebt.

 

Fotos: Joachim von Ramin