Barcelona – Reisen mit Teens

Ausblick auf Barcelona

Wir waren mal wieder mitten drin. Diesmal mitten in Barcelona und soll ich Euch was sagen?
Anders als vielen anderen hat uns die Stadt leider nicht überzeugt. Vorab: es waren die Hamburger Frühjahrsferien, das Wetter mit 20 Grad warm und einladend, wir hatten ein tolles Airbnb-Apartment, aber die Stadt war super voll, laut und dreckig. Unterm Strich haben wir natürlich trotzdem viel Spass gehabt. Wir sind hauptsächlich durch die Stadt gelaufen und haben uns treiben lassen, denn die Stadt mit dem Mix aus Strand, Stadt und Bergen ist schon ziemlich einzigartig. Und was natürlich super war: Lu konnte ihr frisch erworbenes Schul-Spanisch anwenden und das klappte schon ganz gut.

Hier kommen unsere Barcelona Top 8:

1. L`Aquàrium

Unser Weg zum Aquarium führte über den alten Yachthafen und durch das Maremagnum, einem großen Einkaufzentrum von Barcelona, wo wir kurz pausierten, um uns ein Eis zu gönnen. Hinter dem Maremagnum tauchte plötzlich der Eingang des Aquariums vor uns auf und wir entschlossen kurzer Hand: da gehen wir doch mal rein. Einige Touristenführer empfehlen hier die Tickets fürs Aquarium online zu buchen. Wir hatten Glück, bei uns war es total leer – wahrscheinlich weil alle Touristen in Scharen vor der Sagrada Família standen.

Die Hauptattraktion des Aquariums ist auf jeden Fall der große Unterwassertunnel – der auf mit Hilfe eines Laufbands direkt durch das riesige Haifischbecken führt. Das war schon irre beeindruckend, obwohl wir auch sehr verwöhnt von dem Aquarium auf Mallorca und unserem heimischen Eismeer im Hagensbecks Tierpark, Hamburg, sind. Für kleine Kinder gibt es am Ende des Rundgangs dann noch einen Streichelzoo mit kleine Mini-Mantas – für Lu war das nichts mehr.

2. Sagrada Família – Tickets und Führung online buchen

Da wir uns keine Karten online gebucht haben und die Schlange zudem extrem lang war, fanden wir es spannender, einmal um die Kirche zu schlendern und uns von außen alle Verzierungen anzusehen. Die Sagrada Família ist eines der berühmtesten Bauwerke der Welt und das Lebenswerk von dem Architekten Antoni Gaudí, eines 1852 geborenen, angeblich seltsamen jungen Künstlers, der nach einer gescheiterten Liebe wie ein Mönch lebte und ausschließlich in Schwarz gekleidet war – heute keine Seltenheit mehr. Gaudí war bekannt für seinen eigenwilligen Stil von runden, organisch wirkenden Formen.
Wir beschlossen uns für den nächsten Tag Karten online für eine Führung auf Deutsch zu buchen.

    Die Vorteile:

  • Tickets kommen per E-Mail
  • kein Anstehen
  • ein Guide erklärt alles in seiner Muttersprache deutsch
  • man kann Fragen stellen
  • die Tickets sind günstiger

3. Mercat de Santa Caterina

Es gibt es extrem viele Märkte in Barcelona. Der Markt, der direkt an den Ramblas liegt z.B. ist, genau wie die Ramblas selber, total überfüllt. Mir persönlich gefiel am besten der Mercat de Santa Caterina mit seinem bunt gewölbten Keramikdach. Frisches Obst in Hülle und Fülle, Nüsse, Süßigkeiten, Schweinsköpfe, Schnecken.

Für Food-Liebhaber ein wahres Eldorado. Auch wir haben an einem der vielen kleinen Tapas-Stände einen extrem leckeren Mittags-Snack zu uns genommen. Lu konnte sich zwischen „datilles con bacon“ und „jamon iberico“ gar nicht entscheiden, so dass unsere Wahl sehr bunt und recht üppig auffiel. Schnecken wollte aber keiner von uns probieren.

4. La Playa – welcher Strand darf es denn sein?

Eigentlich haben wir uns Barcelona so vorgestellt: Sightseeing, shoppen, essen, fotografieren, essen, sightseeing, STRAND. Aber als wir dann am Stadtstrand lagen, um uns kurz zu entspannen und Sonne und Licht zu tanken, wurden wir durchgehend von Menschen, die Getränke mit sich rumtrugen, gestört. Ungelogen alle 2 Minuten tauchte ein neuer Mensch auf und pries lautstark seine Ware an … Mojitos, Cervezas, Zumos, … Zudem war der Strand extrem eklig und dreckig. Eine Toilette fand ich ca. 1,5 km entfernt.. que asco, sag ich da nur. Die Promenade entlang standen extrem viele Farbige, die auf Decken ihre Imitationen verkauften. Alle 5 Minuten kamen Polizisten auf Rädern vorbei und veranlassten die fliegenden Händler schnellstens, ihre Decken zusammenzurollen und sich unter die Touristen zu mischen. Weitere zwei Minuten später rollten sie wieder alles aus. Das Schönste am Strand waren die „Sandbauer“, die das ein oder andere ansehnliche Stück, Drachen, Hunde, Burgen, etc. bauten.
Und ein wirklich toller Musiker, der so gut spielte, dass wir glatt 30 Minuten zuhörten.

5. Der beste Blick – Montjuïc der Hausberg

Unser Weg ganz nach oben führte über eine sehr sehenswerte Treppenanlage den Berg hinauf. Erst dachten wir, wir seien gänzlich falsch, denn es war wirklich niemand sonst unterwegs. Das Monumentale Highlight des Montjuïc ist der Nationalpalast, in dem sich das Nationalmuseum für katalanische Kunst befindet. Ohne Schlange stehen kann man sich hier die wichtigste Sammlung katalanischer Kunstwerke des letzten Jahrtausends ansehen. Direkt von dem Museumsplatz hat man eine grandiose Aussicht über Barcelona.

5. Olympiastadion von 1992

1992 fand auf dem Montjuïc die 25. Olympischen Spiele statt – mein absolutes Highlight unseres Barcelona-Aufenthaltes: das Olympische Gelände, dass sich auf der Rückseite des Montjuïc befindet. Die Anlagen, die für die Veranstaltungen gebaut und umgestaltet wurden sind so faszinierend, dass man sich vorkommt, als sei man in einem futuristischen Nirgendwo gelandet. Einfach unwirklich. Wieder war keine Menschenseele weit und breit.

Der zentrale Punkt ist jedoch das Stadion, dass heute noch für Fussball, Rugby und Leichtathletik benutzt wird.

Hinter dem Stadion liegt der von dem japanischen Architekten Arata Isozaki gebaute Palau Sant Jordi, der heutzutage für Konzerte und Shows genutzt wird. Daneben angeordnet sind 2 Schwimmbäder, die lustiger weise im Sommer immer sonntags von 19 – 21 Uhr für FKK freigegeben sind.

6. El Born

Ein paar Schritte neben der völlig überlaufenen Rambla, auf denen Gaukler, Pantomime und als Statuen verkleidete Darsteller stehen und Geld sammeln, liegt das Viertel „el Born“ mit seinen wunderschönen Gebäuden im gotischen Baustil. Stundenlang sind wir durch die Altstadt gebummelt, ohne dass uns langweilig wurde. Es gab immer neue Gassen zu entdecken, tolle gemütliche kleine Lokale, Geschäfte für jeden Geschmack und im Gegenteil zum Strand, alles sehr sauber.

7. Paella am Hafen

Um mit Lu einmal richtig gut Paella essen zu gehen, haben wir uns wieder Richtung Hafen aufgemacht. Mit unterschiedlichsten Empfehlungen gewappnet, haben wir uns schließlich für eine relativ kleine, sehr spanische Taverne entschieden, wo definitiv auch nur Spanier saßen. Das Salamanca II. Das Salamanca I gibt es auch, das lag gegenüber und sah uns zu touristisch aus. Die beiden eleganten Damen, die neben uns am Tisch saßen, hatten bereits mittags eine Flasche Vino auf dem Tisch und lächelten uns extrem freundlich zu, denn sie konnten definitiv kein Englisch, sprachen aber unbeirrt in catalan auf uns ein. Wir verstanden natürlich kein Wort. Unsere Paella war extrem köstlich, reich an Meerestieren und Lu war begeistert.

8. Miss Sushi

Um bei Food zu bleiben: Lus persönliches Highlight war mit Abstand das Sushi-Restaurant Miss Sushi. Eine spanische Ladenkette die durchgestylt und in pinkfarbener Atmosphäre die leckersten Makis und Nigiris anbietet, als auch einen perfekten Kindernachtisch – in Nutella getauchte Marshmallows auf Eis.

Fazit

Mit Lu unterwegs zu sein, wird immer schöner. Sie ist genauso interessiert an neuen Eindrücken wie wir. Und: Wenn ich mir alles noch einmal durchlese, war es dann wohl doch ganz schön in Barcelona. Was dennoch am meisten nervte war die Fülle, das Laute, der Dreck, die Armut, die gepflasterten Wege von Straßenverkäufern, die Nippes auf Decken verkauften und aufsprangen, wenn die Polizei kam. Mir fehlte die so oft beschriebene Leichtigkeit der Menschen, die ich z.B. in der großartigen Metropole Sevilla angetroffen habe. Aber das ist ein weiterer Beitrag, den ihr hier dann irgendwann lesen könnt.

Bildquelle: citymum