Eat the world – ein Tatsachenbericht

Zum Geburtstag im letzten Jahr haben mir zwei meiner Freundinnen je einen Gutschein für eat-the-world geschenkt. Eat-the-world ist eine geführte kulinarische Stadtentdeckertour, die in 44 Städten Deutschlands angeboten wird. Das sagt Eat-the-world:

Jede Tour beinhaltet sieben Kostproben von einzigartigen Bistros,
Cafés und Feinkostläden. Gleichzeitig erfahren Sie Wissenswertes
über die Geschichte, Kultur und Architektur des Viertels.

Eine Tour habe ich inzwischen mitgemacht. Ich entschied mich für Ottensen, die Zweite würde ich aber lieber in einem Hamburger Stadtviertel machen, das ich noch nicht kenne oder sogar gleich auf eine andere Stadt ausweichen.

Wie lernt man eine Stadt am besten kennen?

Wir trafen uns – schon etwas peinlich – mitten in der Fußgängerzone Altonas, direkt vor dem Einkaufszentrum Mercado. Da es ein Sonnabend war, zudem noch mit -2 Grad bitter kalt, warteten insgesamt 16 Menschen plus Guide auf den letzten Teilnehmer und … froren. Gut zu wissen, dass es gleich in die Wärme eines Restaurants gehen sollte. Ja, denn darum sollte es gehen: die kulinarische und kulturelle Vielfalt des jeweiligen Viertels kennenzulernen. Wir bibberten und zitterten, aber dann ging es endlich los. Die wirklich sehr nette und engagierte Frau, die den Treck führte begann mit der Geschichte um Altona, Mottenburg und Ottensen, reichte laminierte Fotokopien herum und erzählte, was das Zeug hielt, von diesem tollen Stadtteil in der Jahrhundertwende… und erzählte … und erzählte. Es wurde kälter und kälter und irgendwann, zogen wir dann wie die Lemminge hinter ihr her zum ersten Restaurant. Es fehlte nur noch der erhobene Regenschirm.

Lecker oder gewöhnlich?

Das kleine, inhabergeführte Restaurant in das wir einfielen, was ganz putzig daher kam, versucht mit Hilfe von eat-the-world neue Kunden zu akquirieren. Wir waren zumindest allein in dem Laden, hatten aber auch nur 10 Minuten Zeit uns aufzuwärmen und die Kleinigkeit in Form eines leckeren aber gewöhnlichen Nudelgerichts im Teelichtglas zu essen. Immer angehalten, bitte nichts zu trinken zu bestellen, dass würde nicht in unser Timing passen. Ohaaa, wie meine Tochter so schön sagen würde. Der Tross zog weiter durch kleine Gassen mit gaaaaanz viel Hintergrundinfo über Altona bis wir an unserem 2. Standort ankamen. Ein Café – im Nachhinein unser Highlight – in dem uns je ein Mini-Törtchen serviert wurde. Auch hier verweilten wir lediglich 10 Minuten und weiter ging es.

Touris müssen draußen bleiben

Das nächste Restaurant kannte ich leider in- und auswendig. Ich hatte gehofft ein paar neue Eindrücke und Food-Tipps zu bekommen, aber leider wurde das nicht aus der Trickkiste geholt. Das Restaurant wiederum, dass in einer riesigen alten Fabrikhalle zu finden ist, verbannte uns – weil Touris sind ja peinlich – kurzerhand vor die Tür. Dort standen zwar Heizpilze, warm war aber was anderes…

So folgte eine Location der nächsten. In dem 5. Restaurant – es sollten noch 2 weitere folgen – durften wir dann 20 Minuten bleiben und uns auch ein Getränk bestellen. Leider roch es in diesem Laden etwa schimmelig und es wurde schnell klar: hier die die Betreiber froh, wenn mal ein paar Gäste Getränke verzehren.

Mein Fazit

Nicht umsonst habe ich bisher meinen 2. Gutschein noch nicht eingelöst. Ich glaube, eat-the-world ist super, wenn man neu oder zu Besuch in einer Stadt ist. Oder wenn man das heimatliche Viertel besser kennen lernen möchte. Für alle anderen ist es eher enttäuschend. Wichtig: zieht euch dem Klima entsprechend an. Bei größter Kälte verschiebt den Event lieber auf wärmere Tage, das gleiche gilt für extremes Regenwetter. Und wie meine Freundin und ich feststellten: auch wenn man 7 Locations kennenlernt, es bleibt unterm Strich immerhin eines übrig, was man gegebenenfalls noch einmal besuchen würde. Den von eat-the-world auf ihrer Internetseite gepriesenen „versteckten Blick hinter die Kulissen eines versteckten Theatersalons“ haben wir übrigens auch nicht werfen dürfen…

Bildquelle: citymum