So, es ist wieder soweit: meine Zwillinge haben demnächst Geburtstag. Und während es für meinen beständigen Sohn klar ist, dass er in die Fußballhalle möchte – so wie die letzten drei Jahre auch, nachdem er zuvor schon drei Jahre lang immer in der Beachhalle seinen Fußballgeburtstag gefeiert hat – hatte ich auch für meine Tochter in diesem Jahr das Gefühl, dass es eine recht entspannte Sache werden könnte. Denn was geht denn mehr, als Theatergeburtstag und Topmodel-Party mit Fotoshooting und Motto-Catwalks inklusive Setcards als Give-away?

Ich war gespannt und dachte mir, wir gehen schwimmen oder zum Porzellan malen oder machen einfach eine Party bei uns zu Hause mit lauter Musik und jeder Menge Süßigkeiten …

Ich sollte meine Tochter besser kennen!

Denn als ich ihr sagte, dass wir so langsam mal ihren Geburtstag planen müssten, sagte sie nur: „Warte kurz, Mami. Ich hol nur schnell was!“ Und da war er wieder, der vollständige Veranstaltungsplan!

Ich staunte nicht schlecht, als ich las, wie der Ablauf IHRES Tages und was das Thema sein sollte: ein Videodreh! Ich fragte: „Baby, wie stellst du dir das vor? Wir können nicht einen Film drehen an einem einzigen Nachmittag.“ – „Nicht einen Film“, erklärte mir meine Tochter geduldig, „wir machen ein Musikvideo! Aber keine Angst, ich hab mir extra ein Lied ausgesucht, wofür wir nicht so viele verschiedene Hintergründe brauchen: All about that Bass. Die Choreo hab ich mir schon ausgedacht. Und dies“, sie reichte mir einen weiteren Zettel, „ist die Gästeliste.“

Ich schluckte: ein Musikvideo, mit 10 Kindern, mit einem iPhone als Kamera, einer Mutter, die noch nie einen Film geschnitten hat, und im Winter – also wäre ein Außendreh nicht drin ..

Bevor ich mich aber diesen Nebensächlichkeiten widmen konnte, hatte ich schon den nächsten Zettel in der Hand: eine Einkaufsliste für Deko, zwei Perrücken, Süßigkeiten und USB-Sticks. „Darauf kommt dann das Video, das dann alle anstatt der Geburtstagstüte bekommen.“ Ich öffnete den Mund, doch meine Tochter unterbrach mich: „Keine Sorge, Mami, ich weiß, dass sie den Stick nicht abends schon mit nach Hause nehmen können. Das Video muss ja noch geschnitten werden. Das macht aber nichts, wenn das ein, zwei Tage dauert …“ Ich machte den Mund wieder zu. Dann nuschelte ich:

„Ich schau mal, was wir machen können.“

Denn: wie ich euch schon mal erzählt habe: ich finde die Ideen meiner Tochter toll. Und ich bin immer wieder erstaunt, mit welcher Professionalität sie daran geht.

Doch so schön die ganze Vorstellung war, ich hatte genau zwei Probleme:

  1. Ich kann kein Video schneiden.
  2. Ich brauchte einen Raum.

Problem Nummer 1 war sehr schnell gelöst. Ich schrieb der 15-jährigen Tochter meiner Freundin: „HILFE! Wie drehe ich ein Musikvideo mit 10 Girlz und mit welchem Programm schneide ich es?“ Ihre Antwort kam sofort: „Coole Idee! Ich bin dabei und kann das auch schneiden.“ Hammer! Das war einfach. Sie darf nun nur nicht krank werden.

Problem Nummer 2 war schwieriger. Ich überlegte, ob wir im Einkaufszentrum auf Rolltreppen und Co. filmen könnten. Ist nicht erlaubt und in der Vorweihnachtszeit zu voll. Ich fragte, ob wir in der Bar eines Freundes drehen könnten. Ging nicht. Am Ende schrieb ich einen Kinderclub an, ob sie uns einen Raum vermieten könnten, in dem genug Platz und Atmosphäre für unser Projekt ist. Und: machen sie. Und das zu einem fairen Preis!

Ich freute mich riesig. Und jetzt muss ich nur noch CD-Rohlinge zusammen sammeln, auf die meine Maus nun die Einladungen schreibt und mit Glitzer beklebt, nachdem wir gemeinsam festgestellt haben, dass die Idee, ein Mikrofon als Einladung zu basteln, zwar toll, aber in der Umsetzung doch nicht ganz so einfach ist, dass es wirklich cool und nicht nach Kindergarten aussieht.

Bald ist es so weit.

Drückt mir bloß die Daumen, dass alles gut geht!

 

 

 

 

 

Bildquelle: horror-shop.com