„Jedes Kind kann schlafen lernen“. Das war DAS Buch, was uns, als meine Tochter geboren wurde, von allen empfohlen wurde. Das Buch war aber auch mehr als grausam. Man sollte, wenn das Kind nachts weint, es nur kurz beruhigen und dann den Raum wieder verlassen, bevor man nach einer Weile wieder hineingeht und es wieder beruhigt. Fies. Denn unser Baby kann ja noch nicht reden und das Weinen des sprachlosen Wurms wird gänzlich ignoriert. Wir saßen stattdessen Wochen lang auf einem Gymnastikball und wippten vor uns hin, bis die Lütte endlich schlief und wir sie ins Bett tragen konnten. Monatelang hab ich im Anschluss weiter gewippt. Ich glaube, das nennt man Hospitalismus. Freunde von uns haben sich ihr Kind geschnappt und sind mit ihm 1-2 Stunden im Auto rumgefahren, andere haben die Wiege neben die Waschmaschine gestellt.

Das monotone Gebrumm des Autos und der Waschmaschine wirkt so einschläfernd, dass diese Tatsache eine Agentur aus Madrid aufgegriffen und sie ein Bettchen konzipiert hat, dass eine Autofahrt simuliert und per Soundgenerator Motorengeräusche imitiert. Sanfte Schaukelbewegungen der Matratze und eine umlaufende LED-Beleuchtung, die vorüberziehende Straßenlaternen nachahmt unterstützen die Autosimulation perfekt. Und wie es heutzutage gängig ist, lässt sich das alles per App einstellen, regulieren und steuern. Da kommt son schnödes Buch natürlich nicht mit. Zurzeit ist das „Max Motor Dreams“-Bettchen allerdings nur ein Prototyp, der für einen Ford-Werbespot auf dem spanischen Markt entwickelt wurde, woraufhin sich allerdings tausende begeisterter Eltern meldetet, wo man das Bett denn kaufen könne. Jetzt überlegen die Macher, das Bett auf den Markt zu bringen. Na dann. Wir sind zum Glück raus aus der Einschlafproblematik.

Video und Fotos: ford