London – eine Reise mit Kindern

London Eye und Doppeldecker

In den Herbstferien waren wir 4 Tage in London. Unser erster Städtetripp zu dritt.
Das Wichtigste, die Unterkunft über airbnb, hat reibungslos geklappt, wenn auch die Übergabe etwas dramatisch verlieft, da der Vermieter laut „Estate-Manager“ die Wohnung nicht untervermieten darf und dieser bei Schlüsselübergabe den armen Schlüssel-Kurier so zusammen stauchte, dass wir alle fast die Nerven verloren hätten. Zum Glück lag das Apartment so perfekt direkt zwischen der Brick Lane und dem Old Spitalfield Market– also mitten im EastEnd – dass wir ordentlich was zum Gucken hatten.

1. Öffentliche Verkehrsmittel

london_mapAm besten erkundet man London mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für vier Tage, ist es mit der Oyster-Card am günstigsten, eine wiederaufladbare Karte, die wir uns bereits nach Hause haben schicken lassen. Mit der Oyster-Card kann man innerhalb von 24 Stunden so viele Fahrten mit Underground und Bus machen, wie man möchte und zahlt dabei täglich maximal 8,40 GBP. Kinder unter 11 Jahren fahren in Begleitung Erwachsener kostenlos!

2. Nostalgie-Doppeldecker versus Changing of the Guards

Ein wenig Touristen-Sightseeing gehört natürlich zu einer Londonreise. Mia kannte aus dem Englischunterricht schon viele der Sehenswürdigkeiten. Aber wir wollten auf keinen Fall in irgendwelchen Warteschlagen vor Museen stehen oder uns auf eine geführte Stadttour einlassen. Darum ging unser erster Ausflug zu Fuß vom London-Eye über den Big Ben zur Wachablösung zum Buckingham Palace. Aus allen Ecken strömten die Menschen zum Changing of the Guards. Aber ganz ehrlich: wir fanden dieses hochgepriesene Spektakel extrem langweilig und befremdlich. Und so sind wir relativ zeitnah in einen der schönen roten Nostalgie-Doppeldeckerbusse und haben uns fahren lassen. Empfehlenswert ist hier die Linie 9 und 15.

3. Warner Bros. Studios (Harry Potter Studios)

Jeder von uns durfte einen Wunsch äußern, der dann auch gemacht wurde. Kaum zu glauben, dass Mias Wunsch der Besuch von Hogwarts war. Das Warner Bros. Studio, vom Zentrum aus ca. 1 Std. vor London, ist ein absolutes MUST für alle Harry-Potter-Fans. Auch hier haben wir die Karten schon in Hamburg vorbestellt, uns aber für eine eigene Anreise per Bahn und mit Oystercard entschieden. Wir haben für den Ausflug einen halben Tag eingeplant, was auch ganz gut passte. Die Stunden dort vergingen wie im Flug. Hier wurden alle Harry Potter Filme gedreht und die Kulissen waren für Harry, Emma und Ron über 8 Jahre ihr zweites Zuhause. Wir schlenderten durch die Filmkulissen, erfuhren Hintergründe zu den Dreharbeiten, staunten über Special-Effects und sahen die Hogwarts-Bauten für die Außenaufnahmen. Was das Merchandising angeht ist das natürlich eine reine Abzocke. 8,80 GBP für einen Schokofrosch?

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4. Shopping

Wir haben tatsächlich die Hauptstraßen der City Oxford Street und Regent Street gemieden. Im EastEnd mit der Brick Lane und den kleinen umliegenden Gassen sowie dem tollen Old Spitalfield Market fanden wir es viel urtümlicher und individueller. CamdenTown hat uns in diesem Jahr nicht mehr so begeistert, da es dort nur noch touristische Läden mit Prinz-William Bechern gab.

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5. Essen

Gefühlt waren alle Londoner ständig in Eile und permanent in Bewegung. Nicht umsonst gibt es in der Stadt eine Fastfood-Kette neben der anderen. Wenn diese auch „natural“, „oganic“ und „supergrain“ anbieten, bleibt als Fazit ein wenig der Frust. Denn auf der Suche nach dem kleinen gemütlichen Restaurant sind wir nicht wirklich fündig geworden. Und da fast alles aus Ketten bestand, konnte man zum Frühstück auch selten eine „Extrawurst“ wie zum Beispiel „scrambled“ statt „poshed“ Eggs bestellen. Überrascht hat mich jedoch, dass es an jeder Ecke Food-Trucks gab. Mal wieder Essen „to go“ aber vielseitig ohne Ende. Etwas extrem Cooles haben wir jedoch entdeckt: das Cereal Killer Cafe. Das Konzept dieses Ladens ist, über hundert verschiedene Frühstücks-Cerealien –“Tresor Duo Choco”, “Lucky Charms”, “Rice Krispies”– mit Milch anzubieten.

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6. Musical

Ich bin echt kein Musical-Fan aber in London gehört ein Musical irgendwie dazu. Lustig ist, dass die Londoner in die Musicals gehen, wie wir ins Kino. Eine Tüte Popcorn in der einen, ein großes Bier in der anderen Hand und los gehts. Wir haben Top-Karten für „Wicked“ an der Oxford-Street für ca. 30% off gekauft. Wicked ist die Geschichte vor der Geschichte vom Wizard of OZ. Mias Englisch reichte zwar nicht aus, um viel zu verstehen, so hab ich ihr die Story vorab aus dem Internet vorgelesen. Und da sie den Film „Der Zauberer von OZ“ gut kannte, war der Rest dann ganz einfach. Die Aufführung war weltklasse, stimmgewaltig und die wahnsinnigen Kostüme, die Kulisse und die Masken haben uns ganz in den Bann gezogen.

Es war für alle ein toller Tripp. Wir waren wirklich die ganzen vier Tage zu Fuß und mit der Bahn unterwegs, haben viel gesehen – auch ohne Museumsbesuche, haben uns auch mal Zeit genommen die Leute zu beobachten und .. englisch zu sprechen. Rund um eine gelungene Reise mit Kind.

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Bildquelle citymum